Das Bollenhuthaus

Das Biet — Höhenlage, Ortsschilder und Geschichte

Schellbronn liegt auf 540 m im Biet — dort, wo Waldhufendörfer auf der Rodung entstanden und 1073 erstmals als Scaltebrunn urkundlich auftaucht. Noch heute zeigen die Ortsschilder die Wappen von Hamberg, Neuhausen, Steinegg und Schellbronn; dahinter liegt die Geschichte des Klosters Hirsau, der Freiherren von Gemmingen und der vier Ortsteile, die zur Gemeinde Neuhausen wurden.

Schellbronn liegt auf der Hochfläche „Biet“ zwischen Nagold- und Würmtal — am Waldrand auf rund 540 m. Das Biet ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das ehemalige Gemmingische Gebiet: acht Waldhufendörfer auf der Höhe. Vier davon gehören heute zur Gemeinde Neuhausen: Hamberg, Neuhausen, Schellbronn und Steinegg.

Streuobstwiesen rund um Schellbronn

Von diesen vier Ortsteilen ist Schellbronn der früheste Schriftzeuge. 1073 wird Scaltebrunn erstmals in einer Urkunde des Klosters Hirsau erwähnt — Jahrzehnte vor Neuhausen, Steinegg und Hamberg. Der Name deutet auf Brunnen oder Quelle; das Wappen am Ortsschild erinnert noch daran. Wie die meisten Dörfer auf dem Biet entstand Schellbronn als Waldhufendorf auf der Rodung.

1134 weihte man hier eine Kapelle St. Nikolaus. Vom 12. bis ins 15. Jahrhundert stand der Ort weitgehend im Besitz von Hirsau; auf der Markung ist spätestens 1433 ein Klosterhof belegt. Die heutige St.-Nikolaus-Kirche im Ortskern und der Kapellenweg Biet erinnern an diese frühe Zeit.

An den Ortseingängen tragen Hamberg, Neuhausen, Schellbronn und Steinegg noch ihre eigenen Wappen — jedes verweist auf den Ortsnamen oder auf die Farben der Freiherren von Gemmingen: das rote Haus, der Brunnen, die Wolfsangeln, die Pflugschar.

Wappen Neuhausen — rotes Haus auf Silber
Neuhausen
Wappen Schellbronn — roter Brunnen auf Gold
Schellbronn
Wappen Steinegg — Wolfsangeln und Gemminger-Balken
Steinegg
Wappen Hamberg — silberne Pflugschar auf Blau-Gold
Hamberg

Wappen der Ortsteile · Wikimedia Commons (Public Domain)

Ab 1407 stand das Biet unter den Freiherren von Gemmingen-Hagenschieß. Diether V. von Gemmingen erwarb Burg Steinegg von den Herren von Stein; sein Sohn Diether VI. rundete das Herrschaftsgebiet mit den acht Gemarkungen ab. Von Steinegg aus regierten die Gemminger bis 1806 als kleine Ritterschaft hinter dem Hagenschieß — katholisch, inmitten eines überwiegend evangelischen Umlands. Die Waldkapelle bei der Burg und der Kapellenweg erzählen noch von dieser Epoche.

Lange waren die vier Dörfer selbständige Gemeinden. Bei der Gebietsreform schlossen sich Hamberg, Neuhausen und Steinegg 1973 zur Gemeinde Neuhausen zusammen; Schellbronn folgte 1975. Seit 1980 führt die Gesamtgemeinde ein gemeinsames Wappen: wieder das rote Haus Neuhausens, der Schildfuß nun in Blau und Gold als Brücke zu Hamberg, Steinegg und den einstigen Gebietsherren.

Gemeindewappen Neuhausen im Enzkreis seit 1980Gemeindewappen Neuhausen im Enzkreis · Wikimedia Commons (Pub...

Die Höhenlage spürst du noch heute: klare Luft, Weitblick über Streuobstwiesen und Heckengäu, Morgennebel in den Tannen, abends Sterne ohne Stadtleuchten. Wer im Ferienpark Schellbronn wohnt, sitzt mitten in dieser Landschaft — geografisch und in einer Region mit eigener Geschichte.